Geschichte
Geographie
Beschreibung
Religion
Militär
Leute
Aussenpolitik
Gesetz







 

 

Geschichte

Es war ein kühler und windiger Tag im Herbst des Jahres 81 nach Mithal als der Untergang des Kaozischen Reiches auf noch ungeklärte Weise seinen Anfang nahm. Seine Majestät Kreon Damies I. von Kaotien hatte seine Vasallen zu einer außerordentlichen Sitzung in die Hallen des Reichskongresses, der Adelsversammlung, gerufen, um den Weg des Reiches bekannt zugeben und zu besprechen. Was dann geschah, war vernichtender als jeder Krieg, den das Reich je bestritten hatte; einige wenige, die den Untergang der Hauptstadt aus weiter Ferne mit ansahen berichteten später von einer dunklen Sphäre,
die sich über die Stadt legte und kurz darauf kollabierte, andere sahen schwarze Berge auf den Königsberg stürzen und wieder andere spürten von überall her Schatten auf das Zentrum des Reiches zuströmen, um es zu verschlingen. Was wirklich geschah, liegt im Verborgenen und keinerlei Spuren sind auf dem Fleckchen Erde am Gash Radal zu finden, wo sich jetzt eine schwarze Geröllwüste gähnend erstreckt.

Die Kunde vom Untergang breitete sich wie ein Waldbrand im Lande aus und neben den
niedergeschlagenen und ungläubigen Mienen der Bürger erschienen schnell auch solche, denen die Gier ins Gesicht geschrieben war. Überall brachen gewalttätige Unruhen aus, verblendet von den Worten Aufständischer, ergriffen die niedrigsten Adligen mancherorts die Macht, um das Land in Anarchie zu stürzen. Selbst einige Militäreinheiten ließen sich von diesen Stimmen verführen und untermauerten diese vermeintlichen Ansprüche mit Schwert und Schild. Loyale Magistrate schickten in dieser Zeit, die schon heute den Beinamen "die schwarzen Tage" innehat, Boten in aller Herren Länder um die reisenden Adligen und die sich im Einsatz befindlichen Truppen zurück ins Reich zu beordern.

Fast drei Wochen nach dem Niedergang trafen sich Baron Beleg Ar Duloren, Reichsbaronin Celesté von Dalcour und Ihre Hoheit Alystin Tamar ter´ Talshai, diese in Begleitung der Reichsritterschaft in der Nähe der ehemaligen Hauptstadt und berieten wie der ausgebrochenen Unordnung Einhalt geboten werden könne. Nach langwierigen Diskussionen beschlossen sie, das Reich in drei Protektorate zu teilen, um in den Gebieten, in denen sie am meisten Einfluß hatten, die Ordnung wiederherzustellen. Herzogin Alystin zog mit einem großen Kontingent des kaozischen Militärs in die Gebiete des ehemaligen Herzogtums Caldrea, welches zu einer früheren Zeit durch den König in einer Landreform aufgelöst worden war. Als Sproß der Herzöge Caldreas waren ihr die Bürger in diesem
Teil des Landes besonders zugeneigt und erkannten schnell ihre Autorität an.

Widerständler wurden gerichtet. Doch der Weg wurde blutiger als erwartet; ein Aufständischer namens Radolph ter´ Varn hatte im Südwesten Caldreas die Macht ergriffen und hatte die Erzstadt Dun Taresh samt weiter Teile des Umlandes in seine Gewalt gebracht. Unerbittlich marschierte das Heer Ihrer Hoheit durch die Reihen der Aufständischen und trotzte ter´ Varn Meile um Meile ab, bis es vor den hohen Mauern der alten Zwergenfeste Dun Taresh stand. Während im Umland weiter Jagd auf die Anhänger des Rebellen gemacht wurde, richtete sich der Haupttroß für die Belagerung ein.
Schweres Belagerungsgerät wurde in Stellung gebracht und während die Katapultgeschosse in den folgenden Tagen unaufhörlich auf die Stadt geschleudert wurden, trafen Boten im Heerlager Ihrer Hoheit ein und berichteten von der Proklamation der Fürstentümer Rayon und Tir Tercal, den ehemaligen Protektoraten der Adligen Celesté von Dalcour und Beleg Ar Duloren.

Wenige Tage später hatten sich die Katapulte fast verdoppelt und man begann mit den ersten Sturmangriffen auf Dun Taresh, selbst einige der Regulatoren des verstorbenen Lordjudikators Tessal ter´ Jiian waren während dieser Angriffe zu sehen.

Drei Monate nachdem Ihre Hoheit Ihren Feldzug in Caldrea begonnen hatte und während der Winter schon Einzug hielt, fielen die Mauern unter dem Ansturm der herzöglichen Armee. Herzogin Alystin führte Ihre Leibgarde an der Spitze der Protektoratstruppen selbst ins Feld und rang dem Verräter Radolph ter´ Varn den wirtschaftlichen Knotenpunkt Caldreas ab. Eine gleichzeitige Offensive in das teils noch besetzte Umland zerschlug auch hier jeglichen Widerstand. Bedauerlich war nur, daß dem Verräter mit einer kleinen Handvoll von Anhängern die Flucht ins Gebirge gelang und auch die
Verfolgung keine Erfolge brachte.

Kurz nach der vollständigen Einnahme der Erzstadt, am 12. December 81 nach Mithal, ließ Ihre Hoheit folgendes verkünden:

" Das Volk von Caldrea hat einen Sieg davongetragen.
Einen Sieg gegen einen Gegner, der unsere
Freiheit mit Füßen getreten hat. Der unsere Ideale und Träume mit Füßen getreten hat.
Einen Sieg, der wie ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit ist,
die der Niedergang des alten Königreiches
über seine tapferen Bürger warf. Diesem Leuchtfeuer,
diesem Symbol für Freiheit, Tapferkeit, Loyalität
und Pflichtbewußtsein sei ein Tag gewidmet, ein Tag an dem jeder Bürger
seine Arbeit niederlege und
derer gedenke, die in seinem Sinne stritten und starben. Diesen Tag begehen wir heute.
Und an diesem Tage ergeht die Erklärung, daß Caldrea frei ist !
Frei im Herzen, dem zu folgen, was einst der Geist des Königreiches war !
Frei im Geiste, sich selbst zu seinem rechtmäßigen Glanze zu erheben !
Frei steht es zusammen, jedem Feinde trotzend, der eben diese Freiheit aufs Neue bedroht.
Vom heutigen Tage an ist Caldrea ein freies Herzogtum und
soll als solches in aller Welt anerkannt
und proklamiert werden. Unter der souveränen
Führung der letzten Tochter des Geschlechtes Talshai,
legt es seinen Status als Protektorat ab, in Gedenken an das was verloren ging,
seiner Zukunft entgegenstrebend.
Das Symbol seiner Bedrohung und seines Triumphes soll von nun an
Caldreas Herz und Unsere
herzögliche Trutzburg sein, wo Wir einen Thron aus Eisen errichten,
der ein Amboß sei, auf dem die
Feinde des Herzogtums zerschmettert werden.
Die Hauptstadt Dun Taresh sei hiermit ausgerufen !
Dies ergehe von Unserer Hand vom heutigen Tage an."


Mit dieser Erklärung war das Herzogtum Caldrea ins Leben gerufen worden und es begann die Zeit der Konsolidierung des jungen Reiches. Ihre Hoheit erließ die Order, das Gebiet Caldreas in drei Provinzen einzuteilen und ließ diese mit loyalen Magistraten besetzen, die die weitere Ordnung neu errichten sollten.

Die Provinz Königsehr, die einen Stammteil des ehemaligen kaozischen Herzogtums Caldrea
ausmacht, liegt im Westen des Herzogtums und unterhält Grenzen zu den Reichen Taeria, Tir Tercal und verfügt über winterlich verschneite Pässe im Aldarischen Hochgebirge zu den Reichen Aldarien und Dros Rock, welche auf der Hauptroute durch die Festen Ehrenstein und Greifenschlund bewacht werden und die auch das Handelszentrum Brana schützen, über welches der Handel in den Süden des Kontinents abgewickelt wird. Tief im Hochgebirge sollen hier auch die Nebeltürme liegen, eine ehemals aufgegebene Stätte des Thaumaturgischen Corps, welche Ihre Hoheit im Bemühen das Corps zu neuem Leben zu erwecken, wieder eröffnet hat. Zentrum der magistralen Gewalt in dieser
Provinz ist die Feste Gnadental.

Im Westen des Herzogtums wurde die Provinz Finsterwehr errichtet, grenzend an die Reiche Akron, Dana Kera, Terrion, Allerronn und Rayon mit ihrer magistralen Verwaltung in der ehemaligen Garnisonsstadt Brenneker. Brenneker, erbaut als Stützpunkt des Militärs in schweren Zeiten des alten Königreiches, nimmt zusehens die Rolle eines Handelspunktes gen Norden ein und wird auf Erlaß Ihrer Hoheit weiter ausgebaut. Das Teilgebiet in der alten Baronie Drachenstein, welches nun zum Herzogtum gehört, ist im besonderen Augenmerk Ihrer Hoheit, da es über den alten Zwergenwall hinweg, den Naugram, die Grenze zu Allerronn inne hat. Wie einst Seine Majestät Kreon, unterstützt Ihre Hoheit den Freiheitskampf der Allerronner unter Seiner Hoheit Ulrik von Adlerfels gegen den
Dunkelen Grafen und entsandte schon früh die 3. Protektoratsgarde als Symbol für die Freundschaft zu Allerronn. Seine Hoheit Ulrik von Adlerfels erwies sich ebenso für die Belange Caldreas und entsandte Seine 4. Herzögliche Garde zur Unterstützung Caldreas.

Die Provinz Rosenfels bildet den Kern des Herzogtums und beherbergt in seiner südlichsten Mitte die Hauptstadt des Reiches, Dun Taresh. Hier ließ Ihre Hoheit den Eisenthron schmieden, von dem aus die Geschicke des Reiches Caldrea geboren werden. Bis auf weiteres ist hier auch das militärische Zentrum und aller anderen Einrichtungen, die während des Untergangs Caer Kaotias vernichtet wurden und auch der exekutive Arm des verstorbenen Lordjudikators Tessal ter´ Jiian, die Regulatoren, fand zu einem großen Teil seine neue Aufgabe im Herzogtum, als Ihre Hoheit die ihrer Führung beraubten und umherziehenden Diener des Rechts nach Dun Taresh brachte. Die einstmals in Caer Kaotia existenten "Hallen der Rechts" der Regulatoren werden zur Zeit in einem gewaltigen
Kuppelbau auf einem der Hauptstadt zunächst gelegenen Hügel neu errichtet und sollen den
Regulatoren als neues Quartier zur Verfügung stehen. Die Aufgaben dieser fast sakrosankten Gilde sind ähnlich geblieben; fernab vom Einfluß irgendeiner Person, mit Ausnahme Ihrer Hoheit und Ihrer Ritter, dienen sie dem Land als Rechtssprecher in allen größeren und ernsteren Belangen, sei es gegenüber den Bürgern, dem Militär oder den Adligen des Reiches.

Die schwierigste Problemzone des alten Reiches, das Sperrgebiet Tiamael, befindet sich ebenso in Rosenfels. Die Tiamael-Gruppe unter Seiner Excellenz Moldari Ferraux versieht ungeachtet der Geschehnisse seinen Dienst und schützt den Rest des Reiches vor den chaotischen Auswüchsen dieser Baronie. Zwar konnte durch einen mutigen Einsatz freier Truppen vor einigen Jahren die Garnison Wiesenfurth eingenommen und bis zum heutigen Tage gehalten werden, doch gestaltet sich die Sonderrechtszone noch immer als imminentes Problem des ganzen Reiches. Ihre Hoheit hat der Zone Tiamael Verstärkung zugestanden und erhöht die Vehemenz der Gegenwehr permanent.
Ebenso soll die reguläre Caldreanische Armee nach den verlustreichen Kämpfen in der Zeit nach dem Fall wieder auf ihre alte Sollstärke von 5000 Männern und Frauen unter Waffen aufgebaut werden, um alten und neuen Verpflichtungen nachzukommen. Aus Teilen der Einheiten, die sich unter dem Banner Ihrer Hoheit angeschlossen hatten, wurden mittlerweile das I bis IV Caldreanische Gardebanner gebildet; diesen Bannern ist die Ehre zuteil geworden, die persönliche Garde Ihrer Hoheit zu stellen.