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Der Alchimist Heinrich Gilder
oder: das Dorf ‚Haus Gilder‘

Vor etwa 20 Jahren lebte ein Alchimist namens Heinrich Gilder in einem kleinen Tal in der Nähe des Dorfes Waidingen. Angeblich solle er die Formel gefunden haben wie man alchimistisch Gold herstellt. Der alte Mann widmete sein gesamtes Leben dieser Formel und er kannte auch kaum andere Gesprächsthemen. Von den Dörflern wurde der Einsiedler nur ausgelacht und als Wahnsinniger bezeichnet. Viele fürchteten sich vor ihm, weil er oft wirres Zeug vor sich hinbrabbelte. Nur eine junge Frau (die Tocher der Weberin im Ort), die sich ebenfalls der Alchimie verschrieben hatte, kümmerte sich regelmäßig um Heinrich Gilder, kochte ihm essen, hielt sein Haus sauber, assistierte ihm und lernte vieles über die Alchimie.

Eines finalen Tages stürmte der Gilder in die Taverne von Waidingen und lud alle anwesenden zu einem Bier ein. und er bezahlte mit… einem kleinen, unförmigen Klümpchen Gold. Er meinte, er hätte es nun geschafft, zumindest kleine Mengen herzustellen, aber er hätte noch nicht die richtige Temperatur gefunden um größere Mengen zu produzieren. Er lachte irre über die verdutzten Gesichter der Dörfler und stürmte wieder aus der Schenke.

Die Einwohner waren so neidisch auf den alten Mann wie sie gierig nach Gold waren.

Nach einer langen und ‚feuchten‘ Nacht in der Dorfschänke zogen die Neider gröhlend zu seinem entlegenen Hause und zündeten es kurzerhand an.

Als das Haus bis auf die steinigen Grundmauern herabgebrannt waren, entdeckten die Bauern neben der verkohlten Leiche des Gilders einen großen Klumpen Gold.

Ob der nun duch die unfreiwillige Verbrennung entstanden ist oder schon vorher dort gewesen ist, wurde nie aufgeklärt.

Eines jedoch war sehr klar: Noch bevor die Nacht zu Ende war, tauchte ein Regulator auf (die Weberin des Dorfes wurde natürlich gleich verdächtigt ihn geholt zu haben...). Er setze 10 Aufwiegler fest. Später wurden 4 von ihnen nach Tiamael geschickt. Das Gold wurde leider nie gefunden.

Obwohl dieser Vorfall noch nicht allzulage her ist, wurde daraus die Redewendung: ‚Gold zum Hause Gilder tragen‘ schnell geprägt und angenommen. (Wie: ‚Eulen nach Athen tragen‘)

Nachgeschichte:

Der Rest der Bauern wurde zusätzliche Arbeit aufgetragen: Sie sollten das Haus des Gilders wieder neu - und größer - bauen und zusätzlich noch ein größeres Gebäude mit mehreren Schlafstätten zu errichten. Der Tochter der Weberin wurde angeboten, das Erbe des Gilders weiterzuführen. Seitem führt sie im ‚Hause Gilder‘ eine kleine, unabhängige Schule für Alchimie.

Um genügend Schüler brauchte die junge Frau nie verlegen zu sein – die Listen für die Jahresschüler sind immer voll. Durch die ungewöhnliche Fluktuation von Menschen, hatte zuerst jemand eine kleine Schenke erbaut (einer der Leute, die das Haus aufgebaut hatten hatte sich in die Alchimisten-Schülerin verliebt). Später wurde dort auch regelmäßig Markt gehalten und bald schmückten ein paar zusätzliche Gebäude das kleine Tal. Vor 7 Jahren erhielt die Ansammlung von Häusern die Auszeichnung ‚Siedlung‘, die jedoch nur einfach ‚Haus Gilder‘ genannt wird.


Die Alchimistin Anna Gilder (sie durfte den Namen annehmen) hat bis heute nicht die Formel für alchimistisches Gold gefunden.

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